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Freitag, 05.06.2015

Wie eine Lok auf den Spielplatz kommt

Was früher auf Löbaus Schienen gefahren ist, steht jetzt als Spielgerät in Oelsnitz: Die einzige Lok-Rutsche mit Aschenbecher.

Von Anja Beutler

Sie haben die Löbauer Lok bunt gemacht: Gymnasiasten aus Lichtenstein bemalten sie für die Laga in Oelsnitz. Das Gefährt hat jetzt sogar eine Tüv-Plakette – allerdings nur als Spielgerät.Foto: Laga/Franke
Sie haben die Löbauer Lok bunt gemacht: Gymnasiasten aus Lichtenstein bemalten sie für die Laga in Oelsnitz. Das Gefährt hat jetzt sogar eine Tüv-Plakette – allerdings nur als Spielgerät. Foto: Laga/Franke

Löbau/Oelsnitz. Auch wenn sie nicht mehr so aussieht: Die knallbunte Lok-Rutsche auf dem Oelsnitzer Landesgartenschaugelände ist eigentlich ein echtes Zugpferd aus Stahl. Es ist eine rund 50 Jahre alte, ausgemusterte Kleindiesellok namens V 18 – und das Löbauer Geschenk für die Oelsnitzer, weil sie nun nach Löbau 2012 in diesem Jahr die Sächsische Landesgartenschau ausrichten.

Oelsnitz hatte durchaus zunächst ein wenig Mühe mit dem Geschenk, das gibt Jochen Heinz, der vom Freistaat bestellte Geschäftsführer der Laga in Oelsnitz schmunzelnd zu: „Die Lok mit Schwerlasttransport und die Verladerei mit den Kränen war schon eine Aktion“, sagt der Mann, der auch in Löbau bei der Laga den Hut auf hatte. Aber nun hat Oelsnitz das Beste aus diesem etwas schwerfälligen und sehr schweren Geschenk gemacht: Die alte Lok ist jetzt ein Spiel- und Kunstobjekt auf dem sogenannten Eisenbahnspielplatz.

Gymnasiasten aus Lichtenstein haben gemeinsam mit einem Leipziger Künstler Anfang April kräftig die Spraydosen geschüttelt und per Graffiti Landschaften und auch einen Fernseher aufgemalt. Zwischen 150 und 200 Flaschen Farbe haben die Schüler fürs neue Lokkostüm gebraucht.

Innen ist die Lok aber tatsächlich noch echt: Jochen Heinz kennt den Aufwand, den die Oelsnitzer betrieben haben: „Der Führerstand ist noch wie in der alten Lok“, sagt er. Sogar der Aschenbecher, den sich der Lokführer vermutlich irgendwann einmal hat einbauen lassen, ist noch vorhanden. Allerdings habe man alle Lücken, Ecken und Kanten, wo sich Kinder verletzen könnten, mit Plexiglas verkleidet, sodass keine Gefahr besteht.

Und natürlich mussten die Laga-Macher im Vogtland auch Öl und Benzin bis auf den letzten Tropfen aus dem Fahrzeug holen. „Die Lok ist jetzt sogar Tüv-geprüft – allerdings als Spielgerät“, sagt Heinz und schmunzelt, denn er weiß von den Löbauer Eisenbahnfreunden, dass es mitunter schwierig ist, für eine alte Lok eine echte Tüv-Plakette zu bekommen.

Wirklich fahren wird die Diesellok übrigens nicht mehr: „Wir haben sie auf der Schiene, die auf dem Gelände noch liegt, richtig fest verankert“, sagt der Laga-Chef. Und irgendwie passt sie auf den Oelsnitzer Eisenbahnspielplatz auch besonders gut hin. „Sie ist auf alle Fälle ein echter Hingucker für Groß und Klein“, sagt Heinz.

Quelle: Sächsische Zeitung Löbau, 05.06.2015