Unsere vereinseigene Diesellok 112 331 feiert Geburtstag!
Heute vor 55 Jahren, am 1. März 1971, wurde die Diesellok als 110 331 beim Bahnbetriebswerk Bautzen in Dienst gestellt. Sie war damit die erste Vertreterin ihrer Baureihe in der Oberlausitz.
Schon seit den 1960er-Jahren war die Deutsche Reichsbahn darum bemüht den Traktionswechsel voranzutreiben. Dazu wurden verschiedene Typen Diesellokomotiven gebaut, die vor allem die älteren Dampflokbaureihen aus der Länderbahnzeit ablösen sollten. Für den leichten und mittleren Streckendienst vorgesehen war die neue Baureihe V100, deren Serienfertigung 1966 beim LEW "Hans Beimler" Hennigsdorf aufgenommen wurde. Ausgestattet mit einem Dieselmotor des Typs 12 KVD 18-21 A-2 des Motorenwerkes Johannisthal mit einer Leistung von 1000 PS und einem Dampfkessel der Bauart Köthen für die Zugheizung sollten diese Loks unter anderem die preußische P8 ersetzen und kamen so recht schnell zu ihrem Spitznamen Petroleum-P8.
Unter der Fabriknummer 12840 wurde unsere Lok in Hennigsdorf gebaut und am 27. Februar 1971 an die Reichsbahn abgeliefert. Noch in ihrem ersten Betriebsjahr hatte die Lok vom 13. Oktober bis 16. Dezember einen Kurzaufenthalt im Bw Hoyerswerda. Anschließend gehörte die Lok bis 1992 zum Bestand des Bw Bautzen und war auf den Strecken der Oberlausitz unterwegs.
Ab 1980 ließ die DR viele Lokomotiven der Baureihe 110 im RAW Stendal remotorisieren. Die weiterentwickelten Dieselmotoren vom Typ 12 KVD 18-21 AL4 steigerten die Leistung auf 1200 PS. Die Loks wurden anschließend in die neue Baureihe 112 umgezeichnet, wobei die Ordnungsnummer beibehalten wurde. Aus 110 331 wurde so 112 331. Der Einbau des neuen Motors erfolgte im Zuge einer V6a-Untersuchung im RAW Stendal zwischen dem 16. Oktober und dem 28 November 1980.
Ab 1992 bekam die Lok im Zuge der Umstellung auf den neuen gemeinsamen Nummernplan der beiden deutschen Bahngesellschaften ihre dritte Betriebsnummer und wurde zu 202 331. Ab dem 3. Juni 1992 folgten kürzere Beheimatungen in verschiedenen sächsischen Bahnbetriebswerken. Vom 27. Mai 1993 war die Maschine ein Jahr beim Bw Zittau zu Hause.
Letzte Station war ab dem 12. Dezember 1997 das Bw Chemnitz, wo die Lok am 21. September 1999 ausgemustert und an das Schienenfahrzeugzentrum Stendal, das heutige Alstom-Werk, abgegeben wurde. Aus dessen Bestand konnten wir die Lok im August 2005 kaufen. Anschließend erhielt unsere V100 eine Hauptuntersuchung und war wieder als 112 331 vor unseren Museumszügen unterwegs. Am 6. Dezember 2014 erlitt die Lok leider einen schweren Getriebeschaden und musste vorläufig abgestellt werden. Nach einer aufwendigen Reparatur und Hauptuntersuchung in der Werkstatt der ITL Eisenbahngesellschaft in Pirna, kehrte die Lok im Oktober 2016 in den Museumsdienst zurück. Im Oktober 2024 liefen die Betriebsfristen ab. Natürlich bekommt die Lok eine neue HU und weilt dazu seit vergangenem Jahr erneut bei ITL in Pirna. Leider sind die Korrosionsschäden an der Lok schwerer als vermutet, sodass die HU länger dauert und deutlich mehr kosten wird, als wir ursprünglich geplant haben. Besonderes Sorgenkind ist nach wie vor der defekte Heizkessel für dessen Aufarbeitung wir nach wie vor noch einer Fachfirma suchen, die den Auftrag übernimmt.
Wenn Sie uns bei der Durchführung der Hauptuntersuchung unterstützen wollen, dann freuen wir uns über Spenden unter dem Stichwort "V100" auf unser Spendenkonto. Infos dazu finden Sie auf unserer Internetseite unter folgendem Link: https://osef.de/verein/spenden
